Eigentlich könnte ich diesen Beitrag kurz halten, denn leider kam ich nicht so wirklich vorwärts. Um nicht zu sagen: Ich kam gar nicht vorwärts. Es gibt einfach Zeiten, das muss ich so klar sagen, in denen schreiben für mich fast unmöglich ist. Das kann auch ganz verschiedene Gründe haben und einige davon möchte ich euch hier erzählen. Aber vorher fasse ich das Schreibupdate mal in Zahlen zusammen.
Ich hatte am 28.06.2025 angefangen mit meinem aktuellen Projekt und kam dann auch einigermaßen gut voran. Es gab ein paar kurze Unterbrechungen, aber bis etwa Ende August war ich nahezu täglich dabei. Ich hatte mich dann einige Tage um diese Website gekümmert, die ich am 01.09. (wieder) gestartet hatte, aber ich kam dann irgendwie nicht wieder rein. Seit Anfang September ist nahezu nichts passiert. Bis jetzt steht das Projekt aber bei gut 32.000 Wörtern bzw. 200.000 Zeichen. Der erste Akt ist bis auf eine Szene vollständig und wurde in Teilen auch bereits Testlesern gegeben, dazu sind ein paar kleine Teile späterer Kapitel auch fertig. Insgesamt bereits 141 Normseiten.

Ich habe zwar lange nicht weitergemacht, aber bin durchaus sehr zufrieden mit dem, was ich geschafft habe. Ich bin aber noch lange nicht fertig und hoffe auch ein bisschen darauf, dass ich mit diesem Schreibupdate (und ein bisschen Lebensupdate) wieder die Maschine in Gang setzen kann, damit ich fertig werden kann. Ursprünglich war mein Plan, das Manuskript (zumindest als first draft) bis etwa Ende Januar oder Anfang Februar abzuschließen, um damit auf der Leipziger Buchmesse aufzuschlagen. Das ist zwar weiterhin möglich, aber nicht mehr ganz realistisch. Aber was hat mich denn nun aufgehalten?
Schreibupdate: Wiki statt Romane
Wie ich in einem Reel auf Instagram berichtet hatte, habe ich mir für die Recherche und das Sammeln von Informationen ein eigenes Wiki aufgesetzt. Ich kann damit echt gut arbeiten, das steht fest, aber es zu füllen kostet auch sehr viel Zeit. Und ich habe auch sehr viel Zeit in den vergangenen zwei Monaten darauf verwendet, diesen digitalen Collegeblock zu sortieren, zu füllen, zu überarbeiten, zu designen und zu erweitern. Mittlerweile bin ich nicht nur optisch damit zufrieden (auch wenn einige Dinge einfach nicht klappen wollten), sondern auch inhaltlich auf dem besten Weg.
Da ich mein aktuelles Schreibprojekt schon angefangen und strukturiert habe, ist in diesem Wiki keine Sektion dafür vorgesehen. Ich wüsste auch nicht, welche Recherche ich da hinterlegen sollte, weil ohnehin alles in meinem Kopf ist. Mit dem Projekt bin ich seit über zehn Jahren vertraut, habe mich aber erstes dieses Jahr dazu entschlossen es auch richtig anzufangen. Vielleicht hat mich das ein wenig vom Schreiben abgehalten, weil es eben nicht mehr so präsent war, wenn ich etwas für das „Autorendasein“ getan habe.
In diesem Sinne gibt es zwar ein Schreibupdate, aber eben nichts für das aktuelle Schreibprojekt. Aber vielleicht hilft mir diese Vorarbeit tatsächlich, dass andere Projekte, spätere Projekte schneller und zielgerichteter ablaufen können. Und vielleicht werden dann Schreibupdates in zwei oder drei Jahren deutlich kürzer, weil ich einfach nur schreibe, dass so-und-so viele Worte geschrieben wurden und damit so-und-so viele Kapitel jetzt fertig sind. Man wird ja noch träumen dürfen.
Schreiben: Bewerbungen statt Romane
Als ich mir meine Onlinepräsenz als Autor aufgebaut habe, war der Name noch Programm. Aber wenn ich ehrlich bin, KÖNNTE ich mich seit einiger Zeit schon Vollzeitautor nennen, denn einen Brotjob gibt es aktuell nicht. Ich hatte mich in der ersten Jahreshälfte entschlossen, den Vertrag meines Vertriebsjobs nicht zu verlängern. Ganz abgesehen von dieser Unsitte mit befristeten Verträgen, litten vor allem meine körperliche und geistige Gesundheit unter dem Job. Es war keine schwere Arbeit, aber ermüdend. Wer mal mit Kunden zu tun hatte, wird wissen, wovon ich rede.
Ob sowas in ein Schreibupdate hineingehört, kann ich nicht sagen. Ich fühle mich aber besser damit, das mal loszuwerden. Den Vertrag habe ich nicht verlängert und war mir sicher, dass ich einfach mal so einen, maximal zwei Monate dekomprimieren kann, um dann mit frischem Elan in einem neuen Job wieder loszulegen. Aber wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aus maximal zwei Monaten ist jetzt fast ein halbes Jahr geworden und beim Schreiben dieser Zeilen ist leider noch kein Ende in Sicht.
Wenn ihr auch mal in so einer Phase gesteckt haben solltet, dann dürfte euch das bekannt vorkommen. Falls das noch nicht der Fall war (ihr Glücklichen!), dann lasst euch gesagt sein: das zehrt gewaltig an den Nerven. Es kommen sehr viele (absolut unbegründete!) Selbstzweifel auf, ob das denn die richtige Entscheidung war, ob man schon irgendwann zuvor mal falsch abgebogen ist oder ob man einfach hinwerfen sollte, was man machen möchte, um zu tun, was man machen muss.
Die Antworten sind in meinem Fall: Ja, Nein und auf keinen Fall! Das ändert aber nichts an der mentalen Situation, mit der ich aber alleine fertigwerden muss. Es braucht nur ein paar Stellschrauben, die ich auch schon ausfindig machen konnte, um wieder in die Spur zu kommen. Vielleicht dauert das noch, aber es wird, das garantiere ich euch und mir selbst.
Ehrenamt abgeben und dann schreiben? Hoffentlich!
Eine andere große Baustelle neben der Jobsuche war bis etwa Mitte Oktober eines meiner Ehrenämter. Wer mein Leben irgendwie schon länger verfolgt hat oder über Umwege auf Dinge gestoßen ist, hat möglicherweise mitbekommen, dass ich eine sehr aktive Phase in der deutschen Politik hatte – aber immer nur auf dem Level einer Kleinpartei. Bis ich vor etwa drei Wochen meinen Posten als Vorstandsvorsitzender im heimischen Landesverband der Partei (ich nenne keine Namen, aber ihr könnt danach suchen) abgegeben habe, hatte ich den gute drei Jahre inne.
Ich kann diese Zeilen jetzt mit einigem Abstand schreiben und muss sagen: Nach so langer Zeit ohne dieses zeitintensive Amt zu sein, ist einerseits befreiend, aber andererseits scheint auch etwas zu fehlen. Das ist aber nur eine Frage der Gewöhnung und ich merke von Tag zu Tag, dass es besser wird. Dass Gedanken auch in andere Richtungen gehen können. Dass ich freie Abende mehr schätze als Meetings am Computer. Versteht mich nicht falsch, ich habe es gerne gemacht, aber es war am Ende auch einfach mal Zeit, die Reißleine zu ziehen und zu sagen „Sascha, du kannst nicht alles alleine machen, andere müssen auch was tun.“
Stand jetzt habe ich weiterhin zwei Vorständsposten in ehrenamtlichen Vereinigungen, aber die füllen nicht im Ansatz so viel Zeit aus. Und einer davon ist auch in den nächsten Tagen weg, weil er in Verbindung mit dem ersten steht. Dann habe ich nur noch ein Ehrenamt, das zum allergrößten Teil aus IT-Gedöns besteht. Und vielleicht verabschiede ich mich davon auch im kommenden Jahr, aber das habe ich noch nicht entschieden.
Zeitintensiv war das Ehrenamt in der Partei übrigens vor allem deswegen, weil an allen Ecken und Enden Personal fehlte. Und dann kam meine Erfahrung ins Spiel und viele Aufgaben sammelten sich bei mir, weil sie dann schnell erledigt werden konnten (und ich hatte die Zeit ja auch in den letzten Monaten) und nicht noch extra irgendwelche Fragen beantwortet werden mussten. Das hat mich tatsächlich auch aktiv vom Schreiben abgehalten.
Aber da das jetzt ein Ding der Vergangenheit ist, kann ich mich wieder dem Schreibprojekt widmen. Das soll jetzt auch das Ende des Schreibupdates gewesen sein, es ist ja nicht viel beim Schreiben selbst passiert, aber das Leben war mal wieder fleißig. Und hoffentlich werde ich das jetzt auch sein. Geschreibt euch wohl!