Mein erster Versuch, bei der Challenge des Drabble-Dienstag mitzumachen, lief damals ziemlich erfolgreich. Verständlich, dass ich dann auch weitermachen wollte. Exakt 100 Wörter zu schreiben und dabei auch noch eine in sich geschlossene Geschichte zu haben, ist zwar eine kleine Herausforderung, aber echt eine, die auch Spaß macht. Nur die Begriffe sind manchmal echt komisch, manchmal braucht es einen Talisman oder einfach nur etwas Glück.
Ist Schallplattenknistern überhaupt ein Wort? Das passt auch so überhaupt nicht zu allem anderen. Und irgendwie auch gar nicht in mein Weltbild. Zuckerguss ist eindeutig, aber ein Talisman ist auch schon etwas speziell. Deutet also vielleicht darauf hin, dass es eine Situation sein sollte, in der man Glück braucht. Puh, zum Glück hab ich ein gelegentliches Hobby, bei dem man das braucht, da kann ich Inspiration herholen!
Was ist ein Drabble?
Ein Drabble ist eine kurze Geschichte, eventuell nur ein Ausschnitt, bestehend aus exakt 100 Wörtern. Die Überschrift wird dabei nicht mitgezählt und es gibt auch Varianten mit 200 oder 300 oder mehr Wörtern. In der Challenge #drabbledienstag auf Instagram sind es exakt 100 Wörter, bei denen allerdings drei in der Vorwoche bekannt gegebene Wörter Bestandteil des finalen Texts sein müssen. Weitere Vorgaben, etwa Genre, Gattung oder Stil, sind frei wählbar.
Ich rede von Pen & Paper. Wer mit dem Begriff nichts anfangen kann: Vielleicht sagt euch Dungeons & Dragons ein bisschen was. Wer da auch noch nicht mitkommt: Pen & Paper ist quasi Impro-Theater am Küchentisch mit einer längeren Geschichte, die man gemeinsam spielt. Dabei wird gewürfelt, weil ja auch im echten Leben nicht immer alles so klappt, wie man das gerne haben möchte. Man versalzt mal das Mittagessen (Probe auf Kochen nicht geschafft), schlägt sich selbst mit dem Hammer auf den Daumen (Fingerfertigkeit in den Sand gesetzt) oder schafft es nicht, dem Kobold den Geldbeutel zu stehlen (halt, falsche Welt).

Inspiration kann von überall kommen und manchmal braucht es nur ein Wort. Schallplattenknistern war es bei mir, denn es erinnerte mich an eine Spielsitzung, in der wir nicht gespielt haben. Stattdessen haben wir tatsächlich Galgenraten gespielt (so ein Whiteboard an der Wand ist schon verlockend). Um den Talisman und den Zuckerguss unterzubringen, brauchte ich dann nur noch das passende Szenario, das nicht stattfindet.
Pen & Paper kann auch als Inspirationsquelle dienen, wenn man selbst spielt oder sich einfach mit den Inhalten befasst. Die Geschichten haben Hintergrund, spannende Charaktere, eine Welt, in der sie angesiedelt sind. Nur einfach klauen sollte man die Geschichten nicht, denn auch die hat sich ein findiger Autor ausgedacht. Für einige war das ein Einstieg ins Schreiben, für andere ist es ein Nebenher. Für Spieler und andere Autoren ist es aber auch ein Fundus großartiger Geschichten, die man konsumieren kann, die man aber noch besser selbst spielen sollte.
Da hilft auch kein Talisman
Es hätte ihr Abend werden sollen. Endlich nach so vielen Sitzungen der Kampf gegen den Bösewicht. Der Tisch war bereit, sie hatten Snacks und Getränke. Einer hatte sogar Muffins gebacken und mit Zuckerguss passend zu ihren Charakteren verziert.
Sascha Boelcke (@teilzeitautor), 20.05.2025
Sie hatten ihre Notizen und Charakterbögen, sie hatten ihre guten Würfel und noch welche in Reserve. Es hatte jeder sogar einen Talisman dabei. Den Kampf mussten sie gewinnen. Aber sie spielten nicht, sondern waren seit Stunden beim Galgenraten. A und E waren schon eliminiert.
„Ich möchte lösen! Schallplattenknistern!“ Alle starrten ihn an. „Sag mal, hast du in der Grundschule zu oft gefehlt?!“
Wie hat es euch gefallen? Lasst mir gerne einen Kommentar da, entweder hier oder auf Instagram. Ich freue mich immer über eure Rückmeldungen! Schreibt auch gerne eure eigenen Geschichten, falls ihr das machen möchtet. Ich freue mich immer über coole Geschichten aus dem Pen&Paper-Bereich. Ich selbst hatte übrigens beim Spielen nie einen Talisman. Habt ihr einen?
