Nachdem diese neue Website jetzt schon einige Zeit besteht, ist es vermutlich mal Zeit, über mein aktuelles Schreibprojekt zu reden. Mein Autorenleben besteht nämlich doch aus mehr als Schreibübungen und Drabbles. Ich hatte schon auf Instagram mal nachgefragt, was meine Follower denn zu dem Projekt interessieren würde. Leider bekam ich nicht eine einzige Antwort, also muss ich jetzt einfach raten.
Ich werde ein bisschen was zum groben Setting und zu den Figuren erzählen. In beiden Fällen aber nicht genug, um daraus eine Story abzuleiten. Zumindest hoffe ich das. Am Ende werde ich noch einen Vorhang lüften und auf Look & Feel und meine Inspiration für das Schreibprojekt eingehen. Ihr dürft gerne auch weitere Fragen stellen, wenn euch irgendetwas noch brennend interessieren sollte.
Inhaltsverzeichnis
Einfach mal ein paar harte Fakten für den Anfang. Ich schreibe einen leicht dystopischen, leicht futuristischen Roman mit dem Arbeitstitel „Projekt Media“. Ich nutze gerne Arbeitstitel, um einfach knapp zusammenzufassen, was ein Schwerpunkt ist. Außerdem ist ein Titel, am Anfang ausgedacht, doch irgendwann später wieder unpassend, weil sich beim Schreiben selbst so viel tut. Da kann man auch gleich diese Überlegung auf das Ende verschieben.
Nach aktuellem Stand peile ich etwa 370 bis 380 Normseiten an, aber davon kann natürlich noch in den späteren Bearbeitungen ein bisschen was rausfliegen. Es könnte auch was dazukommen, das werde ich dann sehen. Stand heute, wenn ich diese Zeilen hier schreibe, habe ich etwas mehr als ein Drittel fertig. Dabei sind ein paar Szenen aus späteren Kapitel schon fertig, weil sie etwas abseits der Hauptstory laufen. Und außerdem bin ich schon parallel dabei, einige Abschnitte an eine Testleserin zu geben, um das Feedback einzuarbeiten.
Worum geht es in dem Schreibprojekt?
„Media“ soll eine Welt zeigen, in der Medien das Sagen haben und in der einige wenige superreiche Menschen die Geschicke leiten. Schaut in die USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump und ihr könnt eine ungefähre Vorstellung davon haben. Verstärkt in dieser Vorstellung noch die Rolle von Elon Musk und es kommt ganz langsam an die Welt heran, die ich für das Schreibprojekt im Kopf habe. Gleichzeitig ist sie aber auch wieder völlig anders, weil es nicht so offensichtlich ist.
Im Zentrum des Schreibprojekts steht die Frage nach der Wahrheit in Medien. Es geht auch um die eigene Wahrnehmung von Gegebenheiten und das Hinterfragen des status quo. Selten ist etwas wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das gilt für fiktionale Welten ebenso wie für unsere echte Welt. Was ist, wenn das, was man selbst miterlebt hat, was einem zusätzlich noch erzählt und vielleicht erklärt wurden, sich gar nicht so zugetragen hat? Was ist, wenn die wirklichen Vorgänge so gravierend anders waren, dass ein komplettes System zusammenbrechen kann, wenn nur eine Fiktion gegen den Fakt ausgetauscht wird?
Zugleich spreche ich auch das Thema Künstliche Intelligenz an. Der Umgang mit KI ist aktuell in der realen Welt lächerlich sorgenfrei. Ich möchte keine Moralkeule schwingen, aber ich möchte darauf hinweisen, dass in der Debatte um die KI-Nutzung viele Fragen einfach unbehandelt bleiben. Ich kann die auch nicht alle in einem einzigen Schreibprojekt unterbringen, zumindest nicht in Form eines Romans. Aber ich kann versuchen, eine fiktive Welt zu gestalten, die sich mit dem Thema befasst und möglicherweise eine andere Herangehensweise hat.
Wer sind die Protagonisten?
Seit ich meine ersten Gedanken zu dem Projekt geschrieben habe, hat sich einiges an getan. Die Figuren sind in der Charakterisierung zum Teil deutlich anders als zuvor und natürlich sind auch weitere Figuren hinzugekommen. Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass die initiale Dynamik der beiden Hauptfiguren und auch ihre Ziele völlig neu sind. Das gesamte Schreibprojekt hat sich verändert, als ich über die Figuren nochmal neu nachgedacht hatte.
Mein männlicher Protagonist erlebt in kürzester Zeit einige Veränderungen in seinem Leben, mit denen er nicht klarkommt. Nicht, weil diese so erschütternd sind, sondern weil er einfach generell keine Veränderungen mag. Aber er wird dazu gezwungen, sich anzupassen und Entscheidungen zu treffen. Dabei erfährt er langsam, dass viele Dinge, an die er geglaubt hat, an denen er festgehalten hat, in Wahrheit vollkommen anders waren. Aus kleinen Veränderungen werden große Verwerfungen.
Die weibliche Hauptfigur dagegen weiß schon länger um das System und um die Probleme, die es mit sich gebracht hat. Auch die Gefahren sind dieser Welt sind ihr mehr als bekannt. Aus dem Untergrund heraus arbeitet sie an einer Lösung und einer besseren Zukunft. Wie genau die aussieht, verrät sie nur ihren engsten Vertrauten, man muss sich diesen Status verdienen. Grundsätzlich ist der status quo für sie nicht mehr länger hinnehmbar und sie ist schon deutlich länger aktiv, als die erzählte Zeit des Schreibprojekts es zeigt.
Was war die Inspiration?
Die realweltliche Inspiration für dieses Schreibprojekt liegt schon einige Jahre zurück, ich weiß gar nicht mehr genau wann. Damals wollte der Medienmogul Rupert Murdoch, bekannt durch Fox News und andere Kanäle, auch Medienhäuser und Fernsehsender in Deutschland kaufen. Schon damals war klar, dass das eine ganz miese Idee wäre, die nicht nur die Medienlandschaft langfristig verändert hätte, sondern die auch Einfluss auf die Gesellschaft gehabt hätte. Ich meine mich sehr dunkel an Kommentare von Gegnern dieser Idee zu erinnern, die ein düsteres Szenario malten.
Ihr seid vielleicht mit dem untenstehenden Meme vertraut. Es heißt meistens „The World If…“ oder so ähnlich und zeigt, mit weiterem Text, die Vorstellung des jeweiligen Schöpfers für eine wunderbar utopisch-futuristische Welt, wenn das-und-das anders wäre. Neben dieser Bildvorlage gibt es noch viele andere, aber das ist die, die zumindest mir am Häufigsten begegnet.

Es ist für mich fast selbstverständlich, dass eine Welt, die an der Oberfläche so strahlend aussieht, tief im Kern echte Probleme hat. Die sind vielleicht nicht immer sichtbar oder möglicherweise ist es nicht gewollt, dass sie gesehen werden. Das ist meiner Meinung nach das Faszinierende an Dystopien: eine Welt, die augenscheinlich perfekt ist, aber von der zumindest der Leser ganz genau weiß, dass etwas zutiefst verkommen sein muss. Und der Leser kann dann den Figuren dabei zusehen, wie sie die Geheimnisse langsam selbst erkennen.
Mich selbst haben Dystopien genau deswegen schon früh begeistert und Schullektüre hat sicherlich auch einen Teil dazu beigetragen. Einige momentane Entwicklungen in der realen Welt haben aber auch dafür gesorgt, dass ich etwas schreiben will, um Punkte anzusprechen, die offenbar derzeit nicht im öffentlichen Diskurs sind. Ich hoffe, dass ich, wenn mein Schreibprojekt fertig ist, diesen Diskurs zumindest bei ein paar Leuten anstoßen kann.
