Mit regelmäßig wiederkehrenden Schreibübungen und Challenges kann man wirklich gut in einen Rhythmus kommen. Und selbst Alltagsstress verhindert dann kaum noch die (freiwillige) Teilnahme. Umso schöner, wenn man dann noch Verknüpfungen herstellen kann. Es müssen nicht immer positive Sachen sein, die als Grundlage aus dem eigenen Leben für künstlerische Werke herhalten können.
Eigene Erlebnisse sind ein guter Hintergrund für spontane Geschichten. Man hat die Erfahrungen einer Situation mit sich geschleppt und kann somit wesentlich genauer beschreiben und den Leser mitnehmen. Gut, bei einem Drabble von 100 Wörtern ist man als Autor natürlich noch etwas eingeschränkter, aber das ist doch der Spaß daran. Aus wenig Platz ganz viel machen. Und je öfter man das macht, desto leichter fällt es auch selbst unter widrigen Bedingungen oder Stress.
Was ist ein Drabble?
Ein Drabble ist eine kurze Geschichte, eventuell nur ein Ausschnitt, bestehend aus exakt 100 Wörtern. Die Überschrift wird dabei nicht mitgezählt und es gibt auch Varianten mit 200 oder 300 oder mehr Wörtern. In der Challenge #drabbledienstag auf Instagram sind es exakt 100 Wörter, bei denen allerdings drei in der Vorwoche bekannt gegebene Wörter Bestandteil des finalen Texts sein müssen. Weitere Vorgaben, etwa Genre, Gattung oder Stil, sind frei wählbar.
Migräne ist ein grausiger Zustand. Ich wünsche das niemandem und würde meine auch liebend gerne abgeben. Geht leider nicht und immer wieder, wenn das Wetter umschlägt, erwischt mich sowas. Frühjahr und Herbst sind da besonders schlimm, aber auch im Sommer kann es mal grenzwertig werden. Aber man gewöhnt sich irgendwie daran. Klar, ich leide jedes einzelne Mal, aber es ist auch nicht mehr so schlimm wie damals als Kind.
Ich habe damals wirklich gelitten, muss man sagen. Ich habe mich stundenlang im Bett gewälzt, teilweise vor Schmerzen geschrien. War ich schmerzempfindlich? Eigentlich nicht, keine Ahnung. Aber diese elenden Kopfschmerzen waren einfach zu viel Stress für mein 8-jähriges Ich. Der Raum musste dunkel sein wie mitten in der Nacht. Und am Besten noch kühl. Ich erinnere mich, dass damals nur ein Raum im ganzen Haus, die richtigen Voraussetzungen dafür hatte. Das Schafzimmer meiner Eltern…

Es fühlt sich auch tatsächlich ungefähr so an, wie das Bild es darstellt. Alles schmerzt, das Gehirn ist unter Dauerfeuer, die Augen will man nicht öffnen. Absoluter Stress für den Körper und unfassbar nervtötend, weil man einfach nichts tun kann. Lesen? Keine Chance. Hörbücher? Grenzwertig. Irgendetwas ansehen? Auf keinen Fall. Rausgehen? Verschiedene Lichtreflexe und Alltagslärm machen nur noch mehr Stress, keine gute Idee.
Und trotzdem… wenn die richtigen Begriffe zusammenkommen, dann kann sogar etwas so elendiges wie eine Migräne eine gute Inspiration sein. Inspiration kann man als Autor, als Maler, als jeglicher Schöpfer kreativer Werke überall finden. In der Natur, im eigenen Leben, bei den Arbeiten anderer Menschen. Manchmal reichen Kleinigkeiten, etwa ein bestimmter Blickwinkel beim Spaziergang, ein einzelner Satz in einem Buch oder halt ein Tag mit Kopfschmerzen im Bett.
Migränenstress
Ihm war, als würde sein Kopf erst explodieren und im nächsten Moment zusammengepresst. Schmerzen, die überall waren und keinen Ursprung kannten. Lärm verstärkte sie, deswegen hatte er die Fenster und Türen geschlossen und sich zurückgezogen.
Sascha Boelcke (@teilzeitautor), 27.05.2025
Das Schlafzimmer war ein guter Ort. Es lag auf der Nordseite des Hauses und war schön kühl. Und weil die Sonne dort nicht nerven konnte, gab es keine störenden Lichter. Die waren genauso verheerend wie alle Geräusche. Sein Körper, vor allem sein Kopf, war unter Stress, wenn das Wetter umschwang. „Ich hasse diese Migräne, auf den Mist hätte ich echt gerne verzichtet“, sagte er gepresst.
Wie hat es euch gefallen? Lasst mir gerne einen Kommentar da, entweder hier oder auf Instagram. Ich freue mich immer über eure Rückmeldungen! Schreibt auch gerne eure eigenen Geschichten, falls ihr das machen möchtet. Ihr dürft auch gerne einfach von euren eigenen Migränetagen erzählen und wie ihr mit sowas fertig werdet. Würde mich mal interessieren, wie es anderen bei sowas geht.
